Meine besondere Vorliebe ...
Der beschriebene Wunsch nach ganz besonders aufwendigen Kleidern läßt sich natürlich nicht so leicht verwirklichen. Kleider dieser Art wurden immer seltener, weibliche Kleidung immer schlichter und sachlicher; eine Entwicklung, die mir nie gefiel.
So entwickelte sich im Laufe der Zeit Wunsch, einmal ein Brautkleid zu tragen. Diese Kleider sind so aufwendig wie ich es gern habe und auch aus den bevorzugten Stoffen genäht. Anfangs war dieser Wunsch nur schwach, so wie ein weit, weit entferntes Ziel. "Es wäre ja sehr schön, aber ..." Ganz allmählich wurde dieser Wunsch stärker, wohl auch, weil diese Kleider ein besonderes Symbol sind. Braut sein heißt ja, bewundert zu werden, zumindest für einen Tag im Mittelpunkt zu stehen.
Aber ich hatte niemals ernsthaft geglaubt, daß es Wirklichkeit werden könnte. Was lag also näher, als diesen Wunsch zumindest virtuell zu erfüllen. So begann ich, im WWW solche Bilder von Brautkleidern zu sammeln. Auf den Homepages der Hersteller gab es ein reichliches Angebot, mittlerweile habe ich weit über 1000. Die Bilder, die mir am besten gefielen (und die sich dafür eigneten), habe ich mit Bildern von mir kombiniert. So konnte ich mich wenigstens in einem solchen Kleid sehen.
Hoffnungen ...
Viel Hoffnung, daß diese Wünsche doch einmal wahr werden könnten, habe ich trotzdem nicht gehabt. Einen neuen Auftrieb bekam diese Hoffnung allerdings, als ich einer sehr guten Freundin diese Fotomontagen zeigte. Sie bot mir an, in den Fachgeschäften Erkundigungen einzuziehen, wie denn meine Chancen auf eine Anprobe und einen Kauf stehen. Das Ergebnis der telefonischen Nachfragen war überwältigend. Die Mehrzahl der Läden hatte keinerlei Einwände, einige erteilten sogar Ratschläge, wann der günstigste Zeitpunkt wäre.
... und Ängste
Diese Aussichten haben mich ungemein erfreut. Obwohl ich es kaum abwarten konnte, brauchte ich doch noch eine Weile zur innerlichen Vorbereitung. Auch wenn es keine Probleme geben sollte, mußte ich doch einiges tun, um mein Selbstbewußtsein entsprechend zu stärken. Im Herbst war es dann endlich soweit. Wir hatten uns einen Laden ausgesucht. Mit etwas wackeligen Beinen und entsprechend aufgeregt machten wir uns auf den Weg. Wie würde dieser Tag verlaufen? Wie sollten wir einen angemessenen Einstieg beim Betreten des Geschäfts finden?
Ein Traum wird wahr.
Alle Befürchtungen lösten sich sehr schnell in Luft auf. Die Verkäuferin erinnerte sich sofort an das Telefongespräch und war über alles im Bilde. So führte sie uns ohne Umschweife in den Raum mit den Hochzeitskleidern. Ein kurzer prüfender Blick und sie wußte sofort meine Größe. Da sie von meinen Vorlieben schon durch das Telefongespräch wußte, nahm sie einige Kleider vom Ständer, die ich dann anprobieren sollte/konnte. Dies alles geschah ohne die geringste Spur von Verlegenheit, ich hatte den Eindruck, es wäre für sie das Selbstverständlichste von der Welt.
Die allererste Anprobe war ein unglaubliches Erlebnis, noch nie hatte ich solch ein Kleid getragen: vorsichtig wird mir das Kleid über den Kopf gezogen, der Rock rutscht langsam am Körper hinunter, die Arme schlüpfen in die Ärmel, der Reißverschluß wird zugezogen und abschließend wird noch einmal alles zurechtgezogen. Jedes kleine Element hat seinen ganz besonderen Reiz. Und dann der erste Blick in den Spiegel - einfach überwältigend. Bin ich das wirklich? Um das Bild noch ein wenig perfekter zu machen, konnte ich zu dem Kleid auch einen passenden Reifrock probieren.
Anprobiert habe ich mehrere Kleider, leider durfte ich nur von dem Kleid Fotos machen, das ich dann auch gekauft habe. Die Entscheidung für dieses Kleid habe ich bisher nicht bereut. Und meine Ausstattung konnte ich dank eines hervorragenden Anbieters im WWW noch vervollständigen mit Schleier, Handschuhen und natürlich einem Reifrock. Was will ich mehr? Mehr Bilder dazu findet Ihr im Fotoalbum.